Jüdischer Friedhof

 

 

 

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Gedenkbuch der „Chewra Kadischa“ Rechnitz 1833 (Quelle: Österreichisches Jüdisches Museum, Eisenstadt)

 

Der jüdische Friedhof ist ein „Haus der Ewigkeit“, ein „guter Ort“. Er ist kein Ort des Todes, sondern ein „Haus des Lebens“. Dort warten die Verstorbenen auf das Jüngste Gericht, um zu neuem Leben aufzuerstehen. Die sie umgebende Erde ist Eigentum der Toten und muss unangetastet bleiben.

Gräber werden so angelegt, dass ihr Fußende in Richtung Jerusalem weist. Grabsteine werden meist am Kopfende gesetzt.

Die Bestattung soll möglichst rasch erfolgen, am besten noch am Todestag. Die „Chewra Kadischa“, die sogenannte Beerdigungsbruderschaft, erfüllte die notwendigen Aufgaben der Reinigung, der Vorbereitung des Leichnams (z.B. Einkleidung mit einem weißen Totengewand aus Leinen), der Totenwache, der Organisation des Begräbnisses und der Trauerfeier. Die Verstorbenen werden in schlichten Holzsärgen zu ihren Gräbern getragen. Der Rabbiner spricht die „Leichenrede“, die Familienangehörigen und Trauergäste sprechen drei Gebete. Dann wird das Grab mit Erde geschlossen und das Kaddisch (Totengebet) gebetet.

Für die Verwandten beginnt eine siebentägige Trauerzeit im Haus des Toten, in der sie Schiwa sitzen, d.h. den Toten betrauern – in Rechnitz „Taka-Sitzen“ genannt.