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Ernst Kautz

Ernst Kautz

Rohonczys entschlossenes Handeln war Vorbild für andere Betreiber nahegelegener Gutswirtschaften. Ernst Kautz, geboren am 8. März 1908 in Raiding/Doborján in eine bäuerliche Familie, war Pächter des Esterházyschen Meierhofes in Unterpullendorf/Dolnja Pulja und ausgebildeter Agrarfachmann.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stand er vor der Wahl zwischen Wehrdienst und der Übernahme des desolaten Meierhofes, um „für die Soldaten Brot zu erzeugen“. 1940 wurde er schließlich Pächter des Hofes. Sein Vater schenkte ihm zwei Kühe und einen Traktor. Aufgrund des Mangels an männlichen Arbeitskräften hätten Kautz und seine Frau den Hof langfristig nicht alleine bewirtschaften können.
Auch Kautz forderte daher Roma aus dem Lager Lackenbach als Landarbeiter an. Dort traf er auf Géza Horváth aus Langental, den er von Kirtagen als Musiker kannte, und versprach ihm, ihn und seine Familie aus dem Lager zu holen.
Schließlich beschäftigte Kautz vier Roma-Familien am Unterpullendorfer Meierhof, darunter die Familie von Géza und Katharina Horváth mit sieben Kindern aus Langental/Longitolj sowie eine Familie aus Girm. Durch diese Maßnahme bewahrte Ernst Kautz sie vor der Deportation und rettete ihnen das Leben.
Später gab Willi, genannt Schompi, das sechste Kind der Familie Horváth, zu Protokoll:
„Der Gutspächter Kautz hat uns alle, weil er uns aus dem Lager auf den Meierhof geholt hat, vor der Deportation in ein Vernichtungslager der Nazis bewahrt – was wir ihm auch nie vergessen werden.“

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